Meldungen aus den Jahren 2010 - 2013

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Meldung vom: 31. Dezember 2013, 11:33 Uhr

Mitgliederversammlung 2013

Die Mitgliederversammlung fand am 07.November 2013 im Anschluss an die Ernährungsfachtagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. Sektion Thüringen statt. An der Mitgliederversammlung nahmen 35 Mitglieder teil.

Ins Präsidium gewählt

07.11.2013

Prof. Dr. Stefan Lorkowski ist in das wissenschaftliche Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) gewählt worden. Der Professor für Biochemie der Ernährung der Friedrich-Schiller-Universität Jena gehört dem Gremium nun für drei Jahre an. Bereits 2010 ist der Jenaer Ernährungswissenschaftler als kooptiertes Mitglied in das Präsidium berufen worden.

Prof. Dr. Stefan Lorkowski beschäftigt sich u. a. mit den molekularen Mechanismen, die zur Entstehung der Atherosklerose führen können. Dabei erforscht er, wie die Fresszellen des Immunsystems auf spezielle Nahrungsinhaltsstoffe reagieren. Ziel seiner Untersuchungen ist es, neue Ansatzpunkte zur Prävention und Therapie von Herzinfarkten und Schlaganfällen zu identifizieren.

Die DGE wurde 1953 gegründet und befasst sich mit allen auf dem Gebiet der Ernährung auftretenden Fragen. Die als gemeinnütziger Verein tätige DGE verfolgt vor allem zwei Ziele: die Förderung, Auswertung und Publikation ernährungswissenschaftlicher Forschung sowie die Ernährungsberatung und -aufklärung im Dienste der Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland. Das Wissenschaftliche Präsidium erarbeitet und unterstützt wissenschaftliche Positionen und Aktivitäten der DGE, stellt Forschungsbedarf fest, berät die einzelnen DGE-Fachreferate und plant wissenschaftliche Kongresse und Symposien der DGE. Neben den acht gewählten Mitgliedern gehören dem Präsidium 20 kooptierte Mitglieder an.

Kontakt:
Prof. Dr. Stefan Lorkowski
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Str. 25, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949710
E-Mail: stefan.lorkowski(at)uni-jena.de

Mundschleimhautzellen sind geeignete Marker für die omega-3-Fettsäurenaufnahme

01.11.2013

Die Verleihung des STIFT-Preis fand am 29.10.2013 in der Villa am Paradies in Jena im Rahmen des Gründer- und Innovationstag 2013 statt und wurde von Prof. Heinzel und Prof. Bornkessel übergeben.

Frau Annemarie Grindel befasste sich mit dem Thema: Mundschleimhautzellen als Biomarker für die Aufnahme und den Status an gesundheitsfördernden omega-3-Fettsäuren. Diese Arbeit ist Bestandteil des DFG-Projektes „Metabolismus und kardioprotektive Wirksamkeit von vegetabilen land-based omega-3-Fettsäuren“ von Dr. Katrin Kuhnt am Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie.

Ziel der Diplomarbeit war die Etablierung der Fettsäurenanalytik in Mundschleimhautzellen, um dieses nicht-invasiv gewonnene Probenmaterial als Alternative für Blut- und Gewebeentnahmen für Humanstudien verwenden zu können. Es werden mit einer kleinen Zellbürste von der Innenseite beider Wangen Zellen abgetragen und aus diesen die Fettsäuren extrahiert und analysiert.

Bei der 8-wöchigen Supplementation von Leinöl konnte nachgewiesen werden, dass der Anteil an endogen synthetisierter langkettigen omega-3-Fettsäuren nicht nur im Blut, sondern auch in den Membranen der Mundschleimhautzellen ansteigt. Die omega-3-Vorstufe alpha-Linolensäure aus dem Leinöl wurde auch verstärkt eingebaut. In der Kontrollgruppe mit Olivenöl, also ohne omega-3-Fettsäuren, konnten keine Veränderungen festgestellt werden. Damit wurde gezeigt, dass nicht nur der Anteil aus der Nahrung, sondern auch des körpereigenen Stoffwechsels, durch die Mundschleimhautzellen reflektiert wird. Die analysierten omega-3-Fettsäuren in den Mundschleimhautzellen korrelierten hochsignifikant zu den drei verschiedenen Blutfraktionen (Plasma, Erythrozyten, periphere mononukleäre Zellen).

Mundschleimhautzellen können für die Bestimmung des Versorgungsstatus an omega-3-Fettsäuren in Zukunft z. T. ersatzweise für Blutabnahmen herangezogen werden. Dieses Verfahren ist eine potentielle Alternative, besonders für Kinder und ältere Probanden sowie für große Kohortenstudien.

Kontakt:
Dr. Katrin Kuhnt
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Straße 24, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949619
E-Mail: katrin.kuhnt[at]uni-jena.de

(Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie)

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, oder doch?

24.07.2013

Mit dem Ziel, die Absolventen der Ernährungswissenschaften enger an das Institut für Ernährungswissenschaften und damit an ihre Alma Mater zu binden, wurde vor zehn Jahren am 2. Juli 2003 der APFEL e. V. (Alumni & Partner der Friedrich-Schiller-Universität Jena „Ernährungswissenschaften und LifeSciences“) gegründet. Zu den Initiatoren gehörten Frau Prof. Beatrice Pool-Zobel sowie PD Dr. Peter Bachmann und die Professoren Wolfram Dorn, Michael Glei und Gerhard Jahreis vom Institut für Ernährungswissenschaften der FSU. Mit dem klaren Ziel vor Augen, den Alumni-Verein möglichst attraktiv für die zahlreichen Absolventen, aber auch für Studierende zu gestalten, wurden vor allem die Kontaktpflege zwischen Hochschule und Praxis, die Fort- und Weiterbildung und auch die Organisation von Exkursionen als Eckpunkte der Vereinsarbeit im Statut verankert.

Was aus den hochgesteckten Zielen nach zehn Jahren Vereinsarbeit geworden ist, weiß Prof. Michael Glei, 1. Vorsitzender des APFEL e. V., zu berichten. „Wir haben derzeit weit mehr als 220 aktive Mitglieder und werden auch von zahlreichen Unternehmen unterstützt, die längst nicht mehr nur aus Thüringen stammen, was die überregionale Bedeutung der Jenaer Ernährungswissenschaften unterstreicht. Dabei haben sich die Mitgliederzahlen kontinuierlich nach oben entwickelt.“ Einen Meilenstein in der Vereinstätigkeit bildet die Gründung einer Studentischen Untergruppe vor sieben Jahren. „Sie organisiert Informationsveranstaltungen und unterstützt uns tatkräftig bei der Arbeit. Das direkte Ohr an der Studentenschaft hilft die Vereinsaktivitäten zu optimieren und die Attraktivität für eine Mitgliedschaft zu erhöhen“, so Glei. Insbesondere die für APFEL-Mitglieder angebotenen Exkursionen in Thüringer Betriebe und zur Grünen Woche nach Berlin, aber auch die Prämierung herausragender Abschlussarbeiten und die Vergabe von Reisestipendien zur Unterstützung von Nachwuchswissenschaftlern sind feste Bestandteile der Vereinsarbeit. Weitere Aktivitäten sind geplant, wobei der Vorstand des APFEL e. V. auf tatkräftige Unterstützung durch seine Mitglieder hofft. Eine aktuell bereits umgesetzte Maßnahme ist die in diesem Jahr erstmalige Förderung eines Studierenden der Ernährungswissenschaften an der FSU Jena im Rahmen des Deutschlandstipendiums.

„Wir sind auf einem sehr guten Weg. Die meisten unserer Absolventen und Mitglieder haben Jena verlassen und sind in ganz Deutschland und darüber hinaus verteilt. Sie arbeiten in vielen Bereichen der Gesellschaft, in Lehre und Forschung, in der Wirtschaft, im Gesundheitswesen oder der Beratung und gestalten aktiv die Prozesse in ihren Tätigkeitsbereichen. Wir sind optimistisch, dieses Potential für den Verein noch besser nutzbar zu machen“ so der Vereinsvorsitzende. Der Verein freut sich auf weitere Mitglieder und Förderer.

"Ein zehn Jahre alter Apfel" - die Pressemitteilung der FSU zum 10-jährigen APFEL-Jubiläum finden Sie hier.

(Prof. Dr. Michael Glei - 1.Vorsitzender)

Gesunde Ernährung bleibt das Ziel

19.07.2013

Prof. Dr. Stefan Lorkowski von der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist neuer Leiter der Sektion Thüringen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Er übernahm das Amt von Prof. Dr. Gerhard Jahreis, der die Sektion seit ihrer Gründung im Jahr 1993 führte und im September 2013 als Lehrstuhlinhaber für Ernährungsphysiologie der Uni Jena in den Ruhestand gehen wird. Lorkowski ist seit 2008 Professor für Biochemie der Ernährung an der Jenaer Universität und seit 2010 Mitglied im Wissenschaftlichen Präsidium der DGE.

„Oberstes Ziel meiner Arbeit wird es sein, die notwendigen Informationen zu gesunder Ernährung und Gesundheitsförderung allen Interessierten zugänglich zu machen. Die DGE soll Ratgeber und erster Ansprechpartner zum Thema richtiges und gutes Essen und Trinken bleiben“, sagt Lorkowski, der vom Beirat der Sektion gewählt wurde und seinem Vorgänger für die gute Arbeit dankt. „Gerhard Jahreis hat mit großem Engagement die Primärprävention ernährungsmitbedingter Erkrankungen als wichtigste Aufgabe der DGE-Sektion verfolgt. Seine sehr erfolgreiche Arbeit gilt es nun fortzusetzen.“

Gerhard Jahreis bleibt der DGE in Thüringen erhalten. Gemeinsam mit Prof. Dr. Friedrich Schöne von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft und Prof. Dr. Michael Glei vom Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Jena gehört er dem neu gegründeten DGE-Steuerungsausschuss an, der Lorkowski unterstützen wird.

Gefördert vom Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit koordiniert die DGE-Sektion im Ernährungsbereich tätige Institutionen und Organisationen im Freistaat Thüringen. Mit Projekten zur zielgruppenorientierten Gesundheitsförderung unterstützt sie Maßnahmen zur gesundheitsfördernden Ernährung in Kindertagesstätten und Schulen. Dazu zählen zahlreiche kostenlose Begleitmaterialien für Bildung und Unterricht. Die Organisation und Durchführung von Ernährungsfachtagungen sowie Fortbildungen für Multiplikatoren und Projektträger bilden weitere Tätigkeitsschwerpunkte. Darüber hinaus begleitet die Thüringer Sektion den an Deutschlands Hochschulen einmaligen Arbeitskreis „STudentische ErnährungsProjekte“ (STEP). Dieser bietet Studierenden die Möglichkeit, erlerntes Wissen unmittelbar anzuwenden und in die Praxis umzusetzen, indem sie zahlreiche Projektveranstaltungen durchführen, an denen derzeit ca. 3.500 Kinder pro Jahr teilnehmen.

Kontakt:
Prof. Dr. Stefan Lorkowski
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Str. 25
07743 Jena
Tel.: 03641 / 949710
E-Mail: stefan.lorkowski[at]uni-jena.de

(Pressemitteilung der FSU)

Unterstützung für die natürliche Sonnenbrille des Auges

16.04.2013

Die Altersbezogene Makula-Degeneration (AMD) ist eine Augenkrankheit, die in Deutschland etwa jede Dritte und jeden Dritten der über 60-Jährigen betrifft. Die Krankheit führt zu einem erheblichen Verlust der Sehkraft. Bei fortgeschrittener AMD erscheint das Zentrum des Sehfeldes als blinder Fleck. Ursache dafür sind absterbende Netzhautzellen. Doch bereits im Frühstadium von AMD werden Ablagerungen extrazellulären Materials auf der Makula gefunden – jenem Teil der Netzhaut, der für die Detailerkennung in der Mitte des Sehfeldes sorgt.

Die Ernährungswissenschaftlerin Christin Arnold von der Universität Jena hat gemeinsam mit Kollegen untersucht, wie sich die regelmäßige Gabe von Lutein und Zeaxanthin auf den Organismus auswirkt. Lutein und Zeaxanthin sind Carotinoide, natürliche Pigmente pflanzlicher Herkunft. In der Netzhaut des Menschen wirken sie als eine natürliche Sonnenbrille, die schädliches UV-Licht von der Netzhaut fernhält. „Der Mensch kann diese Carotinoide nicht selbst synthetisieren, wir müssen sie über die Nahrung aufnehmen“, sagt Christin Arnold. Geeignete Lebensmittel sind Gemüse wie Grünkohl, Spinat oder Brokkoli. Verwendbar sind zudem sogenannte Nahrungsergänzungsmittel, die Carotinoide enthalten.

Die Ernährungswissenschaftlerin von der Friedrich-Schiller-Universität kooperierte für ihre aktuelle Studie mit der Jenaer Augenklinik. Die Augenärzte wählten insgesamt 145 Männer und Frauen aus. Die Patienten waren im Durchschnitt 68 Jahre alt. Eine Gruppe erhielt eine tägliche Dosis von 10 Milligramm des Carotinoids Lutein, eine zweite Gruppe die doppelte Dosis und die Kontrollgruppe ein Placebo. Jeder Patient nahm die Ergänzungsmittel für die Dauer eines Jahres ein. Gereicht wurde ein Präparat auf der Basis von Studentenblumen.

„Schon nach einem Monat konnten wir einen deutlichen Anstieg der Lutein-Konzentration im Blutplasma feststellen“, sagt Christin Arnold. Damit sollte die für die Netzhaut wichtige Zufuhr von Carotinoiden sichergestellt sein. Offenbar genügt zudem die tägliche Dosis von 10 Milligramm: Bei der Patientengruppe mit der doppelten Dosis ergaben sich nur geringfügig höhere Werte. Bei der Placebo-Gruppe sei die Lutein-Konzentration im Blut hingegen auf Ausgangsniveau geblieben, stellte Arnold fest.

Die gerade veröffentlichte Studie von Christin Arnold und ihren Kollegen belegt, dass die Gabe von Carotinoiden als Nahrungsergänzungsmittel eine Alternative zum Verzehr von Lutein-haltigen Gemüsesorten sein kann. „Die ausreichende Versorgung mit Lutein und Zeaxanthin kann durch die Gabe von Präparaten sichergestellt werden“, resümiert Christin Arnold. Das Ergebnis der Studie sei für AMD-Patienten durchaus interessant, die Rolle der Ernährung im Zusammenhang mit dieser Augenerkrankung muss jedoch weiter erforscht werden.

Christin Arnold et al.: Macular Xanthophylls and Omega-3-Long-Chain Polyunsaturated Fatty Acids in Age-Related Macular Degeneration. Jama Ophtamol

Kontakt:
Dipl.-Troph. Christin Arnold
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Straße 23, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949625
E-Mail: chr.arnold[at]uni-jena.de

(Pressemitteilung der FSU)

Leinöl mit gesundheitsfördernden Wirkungen

20.03.2013

Die Ernährungswissenschaftlerin Melanie Köhler von der Universität Jena erhält den diesjährigen Alpro-Foundation-Award. Dieser Forschungspreis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird am 21. März 2013 auf dem 50. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn verliehen.

Melanie Köhler hat in einer Humanstudie untersucht, ob Leinöl an Stelle von Seefisch als Omega-3-Fettsäurelieferant dienen kann. Das Öl wurde ausgewählt, weil es besonders reich an Alpha-Linolensäure ist. Diese Fettsäure kann vom menschlichen Körper in die langkettigen und gesundheitsprotektiven Omega-3-Fettsäuren umgewandelt werden. Köhlers Probanden waren im Schnitt 62 Jahre alt. Alle litten an luthochdruck und waren übergewichtig. Hinzu kamen Störungen des Blutzuckerstoffwechsels.

Die Ergebnisse der preisgekrönten Arbeit mit dem Titel „Verbesserung des n-3-Status durch die Supplementation von Alpha-Linolensäure und Auswirkungen auf kardiovaskuläre Risikomarker bei Probanden mit Prä-Metabolischem Syndrom” zeigen, dass sich Leinöl als ergänzendes Nahrungsmittel eignet. Den Seefisch kann es aber nicht vollständig ersetzen.

Die Probanden – neun Männer und zehn Frauen – bekamen acht Wochen lang täglich zwei Esslöffel Leinöl verabreicht. Während der Studiendauer durften sie zudem keinen Fisch zu sich nehmen. Beim Vergleich der Werte vom Beginn der Studie und nach den acht Wochen zeigten sich ca. doppelt so viele Omega-3-Fettsäuren im Blut, sagt Melanie Köhler. „Außerdem waren die Blutdruckwerte niedriger und die Blutfette verbessert“, so die Ernährungswissenschaftlerin von der Universität Jena.

Köhlers Studie war Teil einer DFG-geförderten Untersuchung zu Omega-3-Fettsäuren, die von Dr. Katrin Kuhnt geleitet wird. Ein Ziel der Studie ist es, alternative pflanzliche Omega-3-Lieferanten zu finden. Hintergrund ist die Tatsache, dass aufgrund der steigenden Weltbevölkerung das Nahrungsmittel Fisch knapp zu werden droht.

Angesichts leergefischter Meere könne Fisch aus Aquakultur derzeit keine Alternative sein, sagt Köhler: Der Fisch aus Wildfang enthalte deutlich mehr Omega-3-Fettsäuren. Hinzu komme, dass manche Menschen freiwillig auf den Verzehr von Fisch verzichten würden, etwa Vegetarier. Dabei empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zwei Mal pro Woche Fisch zu verzehren. Die gesundheitsfördernden Fettsäuren sind besonders in fettem Seefisch wie Hering, Lachs, Sardelle oder Makrele enthalten.

Der Alpro-Foundation-Award wird von der Alpro Foundation jährlich jeweils an einen Nachwuchswissenschaftler aus Belgien, Italien, Niederlande, Irland und Deutschland vergeben. Prämiert wird die beste Abschlussarbeit, die sich mit dem Einfluss pflanzlicher Nahrungsmittel bzw. deren Inhaltsstoffen auf die Gesundheit, die Umwelt oder die Wirtschaft befasst.

Kontakt:
Dr. Katrin Kuhnt
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Straße 24, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949619
E-Mail: katrin.kuhnt[at]uni-jena.de

(Pressemitteilung der FSU Jena)

Raps kann Soja als Proteinquelle ersetzen

29.01.2013

Heute leiden weltweit über 500 Millionen Menschen unter Eiweißmangel. Schwerwiegende Erkrankungen wie Kwashiorkor können die Folge sein. Die Eiweißversorgung wird damit zum begrenzenden Faktor für eine ausreichende Ernährung der Weltbevölkerung, die jährlich um etwa 80 Millionen Menschen ansteigt. „Immer fragwürdiger erscheint deshalb die Praxis, wertvolles pflanzliches Protein an Tiere zu verfüttern“, sagt Prof. Dr. Gerhard Jahreis von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Durch das Verfüttern an Tiere und die Umwandlung in tierisches Protein gingen etwa zwei Drittel des Proteins verloren, so der Ernährungswissenschaftler. „Pflanzliches Eiweiß kann hingegen zu 100 Prozent genutzt werden.“ Angesichts geringer werdender Flächen für den Nahrungsmittelanbau führe an einer Reduktion des Fleischkonsums wohl kein Weg vorbei, ist Prof. Jahreis überzeugt. Außerdem müssten zusätzliche Proteinquellen für die menschliche Ernährung nutzbar gemacht werden. Eine wichtige Rolle dabei, so der Jenaer Ernährungswissenschaftler, könnten Rapspflanzen spielen. Jahreis und sein Team haben jetzt die Rapspflanze als Ganzes auf ihr Potenzial für die menschliche Ernährung untersucht. Sie haben die weltweit erste Studie zur Verwertung von Rapseiweiß beim Menschen durchgeführt, deren Ergebnisse in einer renommierten internationalen Zeitschrift (Clinical Nutrition) publiziert worden sind.

„Jährlich werden 80 Millionen Tonnen Rapseiweiß geerntet und ausschließlich an Tiere verfüttert. Wir sind sehr daran interessiert, diese wertvolle Eiweißquelle direkt für die menschliche Ernährung zu erschließen“, sagt Jahreis. Der Ernährungswissenschaftler fügt hinzu, dass Rapsöl sich als wertvolles Omega-3-Öl bereits einen festen Platz in der menschlichen Ernährung erkämpft habe. „Wir konnten feststellen, dass es keine Unterschiede in der Bioverfügbarkeit zwischen den beiden Proteinträgern Soja und Raps gibt.“ Damit könne das für die Herstellung von Lebensmitteln vielseitig verwendete und größtenteils in Südamerika angebaute Soja vollständig durch heimisches Rapsprotein ersetzt werden bzw. stehe zusätzlich als gleichwertige Proteinquelle zur Verfügung.

Für ihre Studie haben die Jenaer Ernährungswissenschaftler zunächst unter schonenden Bedingungen kaltgepresstes Rapsöl gewonnen. Aus den dabei entstandenen Pressrückständen wurde in Zusammenarbeit mit einer kanadischen Firma ein Protein-Isolat extrahiert. Die 28 Studienteilnehmer haben vergleichend das Raps bzw. Sojaprotein verzehrt. Nach der Proteinmahlzeit wurden von jedem Studienteilnehmer acht Blutproben entnommen und die Aminosäurenanflutung im Blut analysiert. Die Ergebnisse waren gleich, ergo macht es keinen Unterschied, ob die Proteine von Soja oder Raps aufgenommen werden.

Prof. Jahreis sagt, der Prozess des Extrahierens sei etwas aufwendiger als bei Soja, doch bereits jetzt stünden in Deutschland Unternehmen in den Startlöchern, die in der Lage seien, Rapsprotein zu isolieren. Noch verhindert jedoch die Gesetzgebung in Europa den Einsatz von Rapsprotein in der menschlichen Ernährung. Es bedarf der Anerkennung als „neuartiges Lebensmittel“ durch die Europäische Union. Irland hat dem Einsatz bereits zugestimmt. Die jetzt vorliegenden Studienergebnisse der Universität Jena stellen einen wichtigen Schritt bei der Zulassung von Rapseiweiß für die menschliche Ernährung dar.

Original-Publikation:
Manja Fleddermann, Anita Fechner, Andrea Rößler, Melanie Bähr, Anja Pastor, Frank Liebert, Gerhard Jahreis (2013): Nutritional evaluation of rapeseed protein compared to soy protein for quality, plasma amino acids, and nitrogen balance - a randomized cross-over intervention study in humans. Clinical Nutrition

Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Jahreis
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Dornburger Straße 24, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949610
E-Mail: b6jage[at]uni-jena.de

(Pressemitteilung der FSU Jena)

Prof. Dr. Gerhard Jahreis warnt in ARD-Doku vor industriellem Frittierfett

05.01.2013

ARD-Doku warnt vor industriellem Frittierfett - "Der Ernährungs-Check mit Tim Mälzer"

Überall wo Pflanzenfett industriell verarbeitet und gehärtet wird, können so genannte Transfettsäuren entstehen. Viele Forscher warnen vor ihnen: "Wenn wir lebenslänglich hohe Mengen aufnehmen, funktionieren Zellmembranen schlechter. Diabetes, die klassischen Zivilisationskrankheiten bis hin zu Krebs können dadurch gefördert werden", so Prof. Gerhard Jahreis von der Universität Jena. In einer aufwendigen Studie hat der NDR mehr als 25 Lebensmittel auf Transfettsäuren hin untersuchen lassen. Das erstaunliche Ergebnis: Bei den meisten Proben lag der Anteil der Fettsäurereste in Nahrungsfetten unter der international anerkannten Grenze von zwei Prozent. Allerdings wurden die Forscher in einem Frittierfett aus den Niederlanden fündig. Hier lag der Anteil bei mehr als 20 Prozent.

Dieses Fett und ähnliche Produkte werden heute noch häufig in der Gastronomie und in Imbissbuden eingesetzt: Eine Untersuchung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat dort in fast jeder zehnten Probe bedenkliche Transfettsäurenwerte gefunden. Gesetzlich verboten ist das nicht. Deutschland hat sich - im Gegensatz zu Dänemark - nie gesetzlich auf den Grenzwert von 2 Prozent festgelegt.

In seiner neuen Folge von "Tim Mälzers Ernährungs-Check" geht Tim Mälzer den Transfettsäuren und weiteren Fragen der Ernährung unter dem Motto "Kann Essen krank machen?" nach. Er rät: "Finger weg von teilgehärteten Fetten. Nehmen Sie lieber reines Pflanzenöl."

Die Dokumentation kann in der ARD-Mediathek angesehen werden.

(Pressemitteilung des NDR)

Bundesverdienstkreuz für Ernährungswissenschaftler der FSU Jena

20.01.2012

Prof. Dr. Gerhard Jahreis von der Universität Jena hat am 19. November 2012 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Der Vorschlag für diese Ehrung kam von der Hauptgeschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn. Der Inhaber des Lehrstuhls für Ernährungsphysiologie wird besonders für sein ehrenamtliches Wirken bei der DGE aber auch für sein bürgerschaftliches Engagement, z. B. bei der Erhaltung von Kirchen, ausgezeichnet.

Der Dekan der Biologisch-Pharmazeutischen Fakultät Prof. Dr. Frank Hellwig würdigt das ehrenamtliche Engagement Jahreis': „Die Fakultät beglückwünscht Herrn Prof. Jahreis zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Prof. Jahreis hat sich neben seinem gesellschaftlichen Engagement wie zum Beispiel im Jenaer Kirchbauverein besonders um den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis verdient gemacht. Als langjähriger Vorsitzender der thüringischen Sektion der Deutschen Gesellschaft für Ernährung organisierte er viele Fachtagungen und brachte dabei Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zusammen. Die Biologisch-Pharmazeutische Fakultät freut sich mit Prof. Jahreis über die hochverdiente Auszeichnung.“

Gesellschaftliches Engagement ist für Gerhard Jahreis eine Selbstverständlichkeit. Den Grundstein dafür habe das Elternhaus in Gefell gelegt, sagt Jahreis. In einer christlich geprägten Familie aufgewachsen, sei uneigennützige Hilfe für Andere stets etwas ganz Normales gewesen.

Neben seiner Tätigkeit als Hochschullehrer gehörte Gerhard Jahreis zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), Sektion Thüringen. Seit April 1993 wirkt die Gesellschaft in Thüringen und für Thüringen, wie Gerhard Jahreis betont. Besonders am Herzen liegt ihm der Bildungsauftrag der DGE. Sein Mitarbeiter Witold Maichrowitz sei unermüdlich an Schulen und Kindergärten unterwegs, um über gesunde Ernährung aufzuklären. „Wenn mit der Auszeichnung die Arbeit der DGE in Thüringen gewürdigt wird, darf Witold Maichrowitz nicht unerwähnt bleiben“, sagt Jahreis. Das gelte im gleichen Maße für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Lehrstuhl, die mit Herzblut bei der Sache sind: „Menschen, die tatkräftig mitziehen, empfinde ich als ein Geschenk auf dem Lebensweg.“ Das Interesse für die Studierenden geht über deren Zeit in Jena hinaus: Gerhard Jahreis gehört zu den Gründern des Alumni-Vereins „Apfel e. V.“ am Institut für Ernährungswissenschaften.

Jahreis' Credo lautet: Engagiere dich dort, wo du zuhause bist. Das gilt für ihn in mannigfacher Weise. So engagiert sich Jahreis im Heimat- und Brauverein seines Wohnortes Jenaprießnitz. Zudem ist er Gründungsmitglied des Jenaer Kirchbauvereins. Dessen bislang größter Erfolg war die erfolgreiche Sanierung des Kirchturmes mit dem besonderen Höhepunkt, als am 26. Mai 2000 die rekonstruierte Renaissance-Turmhaube aufgesetzt werden konnte. Dabei habe es anfangs keinen geringen Widerstand gegeben, erinnert sich Jahreis. Plädierten doch viele Jenaer – auch in der Kirchgemeinde – dafür, den verstümmelten Turm als Mahnmal wider das Vergessen stehen zu lassen. Hatte der Turm doch seine Haube im Frühjahr 1945 verloren.

Sein wissenschaftliches Interesse gehört vorrangig der Milch und den Milchprodukten. Das zog den Einsatz u. a. für die Herzgut-Molkerei in Rudolstadt-Schwarza nach sich. Ein mittelständischer Betrieb, der gesundheitsfördernde Produkte herstellt, was Gerhard Jahreis und sein Team wissenschaftlich untersucht haben. Seine Expertise bringt der Ernährungswissenschaftler auch im Marketingbeirat der Thüringer Ernährungswissenschaft ein. Jahreis sitzt zudem im Beirat des jüngst gegründeten Thüringer Ernährungsnetzwerks. Er ist ordentliches Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Klasse. Sie gehört neben der Leopoldina zu den ältesten wissenschaftlichen Gesellschaften und verfolgt wie diese den Gedanken der Gemeinnützigkeit.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Jahreis
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburgerstraße 24, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949610
E-Mail: b6jage[at]uni-jena.de

(Pressemitteilung der FSU Jena)

Bachelorball 2012 – ein gelungener Abend für alle

09.11.2012

Der Bachelorball 2012 war ein gelungener Abend, sowohl für die Studenten und ihre Angehörigen, als auch für die anwesenden Professoren.

Der Ball fand am 28.07.2012 in der Villa am Paradies statt und begann gegen 18:00 Uhr mit einem Sektempfang und einer kurzen Begrüßung durch einzelne Studenten. Danach gab es ein köstliches und abwechslungsreiches Buffet. Zur Unterhaltung der Gäste veranstalteten die Studenten ein einstündiges facettenreiches Programm mit Tanz, Gesang und PowerPoint-Präsentation. Der Rest des Abends wurde durch einen DJ musikalisch gefeiert.

Die Bachelorstudenten des Matrikel 2009 möchten hiermit dem APFEL e.V. für seine großzügige Spende danken. Nicht zuletzt durch den APFEL e.V. konnte dieser wundervolle Abend ermöglicht werden.

Vielen Dank!

(Melanie Vogel)

Wenn Lebensmittel zu Giften werden

02.11.2012

Ohne sie kann der Mensch nicht überleben: Lebensmittel. Aus ihnen schöpft der menschliche Körper die benötigte Energie und die erforderlichen Nährstoffe. Doch schnell kann aus dem Mittel zum Leben ein Gift werden, das dem Körper schadet.

Mit toxischen Aspekten von Lebensmitteln beschäftigt sich die 20. Ernährungsfachtagung der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Sektion Thüringen“ am 8. November 2012 (ab 9.30 Uhr in der Aula des Universitätshauptgebäudes, Fürstengraben 1). Die Tagung steht unter der Schirmherrschaft des Thüringer Gesundheitsministeriums.

Der Verzehr von Pistazien kann beispielsweise fatale Folgen haben, ist die Nuss mit Pilzen überzogen. „Die Nüsse sind besonders gefährdet, da sie bereits aufgeknackt sind. Dadurch haben es Schimmelpilze sehr viel einfacher“, sagt Prof. Dr. Gerhard Jahreis von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Esse man nun über Jahre hinweg mit Mykotoxinen belastete Nüsse oder andere verschimmelte Lebensmittel, so der Lehrstuhlinhaber für Ernährungsphysiologie, könne dies im Extremfall krebserregend sein. Prof. Dr. Pablo Steinberg aus Hannover hält zu Pilzgiften einen Vortrag während der Tagung.

Doch auch andere Nahrungsmittel können giftig wirken. „Fleisch – Ein Stück Lebenskraft“ ist der Vortrag von Prof. Dr. Michael Glei (Jena) überschrieben. „Fleisch ist stark umstritten, denn es enthält das oxidationsfördernde Element Eisen“, weiß Prof. Jahreis. „Eisen begünstigt Veränderungen an anderen Lebensmittelinhaltsstoffen oder Stoffwechselprodukten im Körper, wie den ungesättigten Fettsäuren und den Proteinen. Dabei entstehen Abbauprodukte, die z. B. an der DNA des Menschen Strangbrüche verursachen können. Die dadurch verursachte falsche genetische Information erhöht die Krebsgefahr“, sagt der Jenaer Ernährungswissenschaftler und Organisator der Tagung. Dennoch empfiehlt er, zwei Mal pro Woche rotes Fleisch oder Wurst zu essen. Schließlich enthalte es wertvolles Eisen, das wohldosiert für die Bildung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin benötigt wird.

Weitere Themen der Tagung sind Trinkwasser, Alkohol und Antioxidantien. Einzelheiten zum Programm sind im Internet zu finden.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Jahreis
Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Jena
Dornburger Str. 24
07743 Jena
Tel.: 03641 / 949610
E-Mail: b6jage(at)uni-jena.de

(Pressemitteilung der FSU Jena)

PD Dr. Ina Bergheim hat Ruf an die FSU Jena angenommen

12.10.2012

Frau PD Dr. Ina Bergheim von der Universität Hohenheim hat den Ruf an die Universität Jena angenommen. Sie übernimmt zum 01.11.2012 die W2-Professur für Modellsysteme molekularer Ernährungsforschung am Institut für Ernährungswissenschaften.

Frau Bergheim ist derzeit Leiterin der Arbeitsgruppe "Metabolische Lebererkrankungen" am Institut für Ernährungsmedizin an der Universität Hohenheim. Ihre Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Untersuchung der molekularen Mechanismen, die zur Entstehung der alkohol- und nicht-alkoholbedingten Lebererkrankungen beitragen sowie der Entwicklung eutraceutical-basierter Präventionsstrategien dieser Lebererkrankungen.

Forschungsschwerpunkte sind dabei u.a.:

  • Fructose als Risikofaktor der nicht-alkoholbedingten Fettlebererkrankung (NAFLD): Untersuchungen in Mausmodellen und beim Menschen
  • Humanstudien: Untersuchungen bei Patienten mit NAFLD und übergewichtigen Kindern (Hohenheim FructoseInterventions-Studie, HoFI-Studie)
  • Molekulare Mechanismen und nutritive Prävention der alkoholbedingten Lebersteatose: Untersuchungen im Mausmodell

Der APFEL e.V. freut sich sehr auf die Zusammenarbeit mit Frau Prof. Dr. Ina Bergheim und wünscht ihr einen guten Start am Institut für Ernährungswissenschaften in Jena.

https://www.uni-hohenheim.de/person/ina-bergheim-1

Gesund dank Nuss

06.08.2012

Nüsse sind gesund. Sie sind eine wichtige Quelle lebenswichtiger Makro- und Mikronährstoffe wie Fette, Vitamine und Mineralien. Dennoch konsumieren die Deutschen - laut der aktuellen Nationalen Verzehrsstudie - weniger als ein Zehntel der empfohlenen Tagesmenge. "Möglicherweise liegt dies daran, dass Nussprodukte traditionell wegen ihres hohen Fettgehaltes für ungesund gehalten werden", vermutet Prof. Dr. Stefan Lorkowski von der Universität Jena. Der Ernährungswissenschaftler verweist auf neue Untersuchungen, die das Gegenteil belegen. "Der regelmäßige Verzehr von Nüssen vermindert - bedingt durch ein günstiges Fettsäuremuster - nicht nur das Risiko für koronare Herzerkrankungen und dadurch bedingte Todesfälle, sondern hilft auch Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht vorzubeugen sowie die Wirksamkeit von Diäten zu unterstützen", fasst Lorkowski die Erkenntnisse zusammen. "Darüber hinaus gibt es Hinweise auf eine vor Darmkrebs schützende Wirkung, die möglicherweise auf den hohen Ballaststoffgehalt von Nüssen zurückzuführen ist", ergänzt sein Kollege Prof. Dr. Michael Glei.

Einfluss des Röstprozesses auf die gesundheitsrelevanten Inhaltsstoffe und Wirkungen untersuchen

Da Nüsse in Deutschland vorwiegend im gerösteten Zustand verzehrt werden, fördert das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) über den Forschungskreis der Ernährungsindustrie (AiF/FEI) jetzt ein Forschungsvorhaben am Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die Teams um Lorkowski und Glei sollen den Einfluss des Röstprozesses auf die gesundheitsrelevanten Inhaltsstoffe und Wirkungen von Nüssen untersuchen. Gefördert wird das neue Projekt in den nächsten zwei Jahren mit mehr als 325.000 Euro.

Die Jenaer Ernährungswissenschaftler werden sich bei diesem Forschungsprojekt - am Beispiel von Haselnüssen, Macadamien, Mandeln, Pistazien und Walnüssen - im Wesentlichen drei Fragen widmen: Wie beeinflussen unterschiedliche Röstbedingungen den Gehalt physiologisch wertvoller und toxischer Inhaltsstoffe sowie den Geschmack von Nüssen? Welchen Effekt haben optimiert geröstete Nüsse auf gesundheitsrelevante Parameter im Darm unter besonderer Berücksichtigung antioxidativer, antitoxischer sowie antigenotoxischer Mechanismen? Und beeinflussen optimiert geröstete Nüsse eine Atherosklerose unter besonderer Berücksichtigung von Entzündungsprozessen, Lipideinlagerung und Plaquestabilität?

"Die Beantwortung dieser Fragen soll nicht nur zu einem besseren Verständnis der molekularen Wirkung von Nussinhaltsstoffen beitragen", nennt Prof. Glei ein Ziel. "Unsere Forschung soll auch dabei helfen", ergänzt Prof. Lorkowski, "den Röstprozess so zu optimieren, dass die gesundheitsfördernde Wirkung des Nusskonsums weiter verbessert wird".

Kontakt:
apl. Prof. Dr. Michael Glei / Prof. Dr. Stefan Lorkowski
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Str. 24, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949674 oder 949710
E-Mail: michael.glei(at)uni-jena.de bzw. stefan.lorkowski(at)uni-jena.de

(Pressemitteilung der FSU Jena)

Prof. Dr. Michael Ristow verlässt FSU Jena

17.07.2012

Prof. Dr. Michael Ristow – APFEL-Mitglied und seit 2005 Lehrstuhlinhaber Humanernährung – hat zum 01.01.2013 einen Ruf der Eidgenössisch-Technischen Hochschule Zürich auf die Professur für Energiestoffwechsel, D-HEST, angenommen und verlässt damit zum Jahresende die Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er beschäftigt sich mit den biochemischen Grundlagen von Adipositas, Diabetes mellitus sowie allgemeiner Alterung. Interessensschwerpunkte seiner Arbeit sind insbesondere Parameter des mitochondrialen Energiestoffwechsels im Zusammenhang mit diesen Erkrankungen.
Der APFEL e.V. wünscht ihm für den neuen Abschnitt alles Gute und dankt ihm für seine Arbeit am Institut für Ernährungswissenschaften.

www.wikipedia.org/wiki/Michael_Ristow

Pflanzenöl kann Meeresfrüchte ergänzen

22.06.2012

Überfischte Meere, hohe Schwermetallkonzentrationen im Fisch und Arten, die vor der Ausrottung stehen: Der Menschheit drohen Engpässe bei der Versorgung mit Fisch und Meerestieren. Das ist fatal, weil Seefisch besonders hohe Gehalte von Omega-3-Fettsäuren aufweist. Diese ungesättigten Fettsäuren verbessern die Fließeigenschaften des Blutes, wirken entzündungshemmend und präventiv bei koronaren Herzerkrankungen.

Längst läuft die Suche nach alternativen Quellen. Insbesondere pflanzliche Öle sind in den Fokus der Forschung gerückt. Die Ernährungswissenschaftlerin Claudia Fuhrmann von der Universität Jena hat untersucht, ob sich die Gabe von Echiumöl positiv auf verschiedene Blutfraktionen des Menschen auswirkt. Für ihre Diplomarbeit „Anreicherung von langkettigen n-3-Fettsäuren in verschiedenen Blutfraktionen unter der Supplementation mit vegetabilen stearidonsäurereichem Echiumöl – Ergebnisse einer Humaninterventionsstudie“ hat die 25-jährige Wissenschaftlerin jetzt den OECOTROPHICA-Preis 2012 im Bereich Humanernährung erhalten. Fuhrmann teilte sich den mit insgesamt 750 Euro dotierten Preis mit einer weiteren Preisträgerin. Verliehen wird der Preis vom Verband der Oecotrophologen e. V..

Das Echiumöl wird aus dem Samen von Pflanzen der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) gewonnen. Verwendet werden Arten des sogenannten Natternkopfs (Echium vulgare und Echium plantagineum). „Echiumöl hat seit 2008 die Novel-Food-Zulassung für Europa“, sagt Dr. Katrin Kuhnt. Die Ernährungswissenschaftlerin hat die Diplomarbeit von Claudia Fuhrmann betreut. Die Arbeit gehörte zum Projekt „Metabolismus und kardioprotektive Wirksamkeit von vegetabilen ‚land-based‘ n-3-Fettsäuren“, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird.

Claudia Fuhrmann hat mit jungen und gesunden Probanden gearbeitet. Über einen Zeitraum von sechs Wochen haben die Probanden täglich zwei Esslöffel Echiumöl zu sich genommen. In dieser Zeit durften sie keinen Fisch essen und weder Leinöl noch Rapsöl verwenden. Vor und nach der Studie wurde den Teilnehmern Blut abgenommen. Der Befund war eindeutig: „Wir konnten nachweisen, dass sich die Blutfettkonzentration verbessert hat“, resümiert Claudia Fuhrmann. Die vier Doppelbindungen im Echiumöl führten dazu, dass sich im Blut der Probanden die Konzentration von Eicosapentaensäure (EPA) erhöht hatte. Diese Fettsäure gehört zu den Omega-3-Fettsäuren und zeichnet sich durch fünf Doppelbindungen aus. In der Natur kommt sie vorwiegend in Seefischen wie Lachs oder Hering vor.

Wie Claudia Fuhrmann erläuterte, kann das Echiumöl die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren verbessern, die Gaben des Meeres jedoch nicht ersetzen.

Kontakt:
Dr. Katrin Kuhnt
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Straße 24, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949619
E-Mail: katrin.kuhnt(at)uni-jena.de

(Pressemitteilung der FSU Jena)

Wie Vitamin E vor Atherosklerose schützt

14.05.2012

Ernährungswissenschaftlerin Maria Wallert von der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist während des „15th International Meeting on Fat Soluble Vitamins“ in Kalabaka (Griechenland) mit dem Young Investigator Award ausgezeichnet worden. Die Doktorandin vom Institut für Ernährungswissenschaften hat den Preis für den besten wissenschaftlichen Vortrag eines Nachwuchswissenschaftlers verliehen bekommen. Der Kongress gehört zu den wichtigsten internationalen Tagungen auf dem Gebiet der fettlöslichen Vitamine und zieht alle drei Jahre Experten und Nachwuchsforscher aus der ganzen Welt an.

In ihrem ausgezeichneten Vortrag hat die 27-Jährige neue Erkenntnisse über Vitamin E und seine Stoffwechselprodukte vorgestellt. Vitamin E wird weltweit als Nahrungsergänzung zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Erstmals konnte die Jenaer Nachwuchswissenschaftlerin nun ein bestimmtes Stoffwechselprodukt von Vitamin E im Blut von Menschen nachweisen, die das Vitamin eingenommen hatten. Sie konnte außerdem zeigen, dass dieser Metabolit den Lipidstoffwechsel von Immunzellen beeinflusst, was bei der Entstehung von Atherosklerose eine Rolle spielt.

„Der wichtigste Bestandteil von Vitamin E ist das sogenannte alpha-Tocopherol, das in der Leber über zahlreiche Stoffwechselschritte abgebaut und mit dem Urin ausgeschieden wird“, erläutert Maria Wallert. Dieser Stoffwechsel sei seit einigen Jahren bekannt, so die Doktorandin. „Völlig unbekannt war bisher jedoch, ob die im Stoffwechsel auftretenden Abbauprodukte auch im Blut zu finden sind und welche Funktion sie im menschlichen Körper haben.“

Betreut wird Maria Wallert von Prof. Dr. Stefan Lorkowski vom Institut für Ernährungswissenschaften der Uni Jena und Prof. Dr. Marc Birringer von der Hochschule Fulda, die sich sehr über die Auszeichnung „einer talentierten und hochmotivierten Nachwuchs¬wissenschaftlerin“ freuen. „Ein solcher Preis am Beginn der Karriere fördert die Sichtbarkeit und bedeutet eine zusätzliche Motivation in der akademischen Forschung zu arbeiten.“ Außerdem sei diese Wertschätzung auch für die Forschung von Bedeutung, unterstreiche sie doch, dass auch in vermeintlich gut verstandenen Forschungsfeldern noch Neuland zu entdecken sei.

Kontakt:
Maria Wallert
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Str. 25, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949719
E-Mail: maria.wallert(at)uni-jena.de

(Pressemitteilung der FSU Jena)

Wenn die Wissenschaft der Leidenschaft Nahrung ist

23.01.2012

"Wenn die Wissenschaft der Leidenschaft Nahrung ist, besetzt man Häuser, harrt stoisch darin aus, versammelt Menschen um sich und arbeitet sich mit diesen systematisch fest."

So oder so ähnlich erzählt sich die Gründungsgeschichte des Institutes für Ernährungswissenschaften vor 20 Jahren am heutigen Wissenschaftsstandort Jena. Erzählt wird sie von Dr. habil. Peter Bachmann, geschrieben hat sie Prof. Dr. Wolfram Dorn, der am 10. November 2011 feierlich und voller Dank in den offiziellen Ruhestand verabschiedet wurde.

Musikalisch wurden die Gäste im überfüllten Hörsaal der Dornburger Straße 25 von zwei Schülern des Musikgymnasiums Schloss Belvedere aus Weimar auf die Veranstaltung eingestimmt. Die Programmführung übernahm Prof. Dr. Gerhard Jahreis, welcher mit seiner Rede nur den Anfang einer Reihe von Danksagungen und gemeinsamen Erinnerungen seitens der Kollegen und Freunde bildete. Das Wort wurde anschließend an den Dekan der Biologisch-Pharmazeutischen Fakultät, Herrn Prof. Dr. Frank Hellwig, übergeben, der sich für das Engagement und die tatkräftige Willenskraft von Prof. Dorn bedankte und betonte, dass er maßgeblich dazu beigetragen hat, dass das Institut zu einem solchen wie wir es heute erleben dürfen, herangewachsen ist. Anschließend hielt der Kollege und Freund Dr. habil. Peter Bachmann die Laudatio, welche sehr anschaulich und amüsant den Menschen Wolfram Dorn, sein Leben und Wirken beleuchtete. Der von PD Dr. habil. Jochen Süss gehaltene Festvortrag erstreckte sich über das Thema „Zecken und FSME-Viren - viel Bewegung im „gesicherten“ Wissen“, welchem sich auch Prof. Dorn während seiner Dienstzeit in Jena ab 1992 verschrieben hat und wofür er an diesem Tag mit der silbernen Zecke ausgezeichnet wurde. Prof. Grune in der Nachfolge des Institutsdirektors überreichte ihm ein gerahmtes Bild des Institutes und präsentierte Prof. Dorn erstmalig seinen eigenen Wikipedia- Eintrag.

Der letzte und nicht angekündigte Programmpunkt war der Dank der Studentenschaft. Wir überreichten ihm im Namen der Fachschaft und des Apfel e.V., für den er jahrelang aktiv im Vorstand tätig und stets die wichtigste Ansprechperson war, ein Bild der Studentenschaft, eine bunte Hängematte für ruhige Stunden im neuen zu Hause und symbolisch dazu einen jungen Apfelbaum mit zahlreichen Wünschen der Studenten.

Wir wünschen ihm von ganzem Herzen, dass die Wurzeln seines Neuanfangs für ihn die gleichen nachhaltig gewinnbringenden Früchte tragen werden, wie sie es in Jena für uns seit 20 Jahren getan haben.

Gerührt waren nach dieser Festveranstaltung nicht nur alle Gäste, auch der zu Verabschiedende rang um Fassung und Worte. Ein herzlicheres und ehrlicheres Dankeschön seitens Herr Dorn konnte es wohl für keinen der Anwesenden geben. Auch wenn Prof. Dorn seine Ämter niedergelegt hat, bleibt er der Lehre vorerst erhalten und mit etwas Glück kann man ihn auf den Fluren der Dornburger Straße 25 begegnen und mit ihm über seine neue Leidenschaft, das Schafehüten, plaudern.

summa cum laude

(Die Äpfel vom APFEL e.V. - Studentische Untergruppe)

Bergfest Ernährungswissenschaften 2011

14. April 2011 Es war so weit: Wir konnten ganz offiziell unser Bergfest feiern - die Hälfte des Studiums war erreicht.

Am späten Nachmittag des großen Tages trafen wir, alle Studierenden des Matrikels 2008, uns mit unseren Dozenten vor der Philosophenweg Mensa, um mit aufregenden Staffelspielen in den ereignisreichen Abend zu starten. Die gebildeten Teams, die sich in Eierlaufen, Sackhüpfen und Tauziehen messen mussten, wurden nicht verschont, besonderen Einsatz zeigten Prof. Jahreis, Dr. Böhm und Dr. Schubert.

Nachdem alle wieder zu Luft gekommen waren, sei es aus Erschöpfung nach dem Eierlaufen oder vor lauter Lachen, konnten wir an großen runden Tischen im Saal der Mensa Platz nehmen. Alle waren gespannt, welche Leckereien vom Studentenwerk aufgetischt werden würden. Kurz darauf ertönte schon der Startschuss und der Run zum Kalten Buffet konnte beginnen. Mit gefülltem Magen konnte sich nun jeder den Highlights des Abends zuwenden.

Als Tina Heinz im Clowns-Kostüm die Bühne betrat, wusste keiner so recht was jetzt wohl kommen würde, doch mit viel Witz und Ungeschick hieß sie alle Zuschauer zum großartigen Programm, das die Studierenden auf die Beine gestellt, oder besser, auf die Bühne gebracht haben, herzlich willkommen. Die Moderatoren Marko Gröger und Sabine Unger führten von einem Programmpunkt zum nächsten. So zeigten sie zu Beginn eine Umfrage, die von „Prof. Pöhl“ zum Thema Ernährung und Ernährungswissenschaftler durchgeführt wurde. Er kam zu erstaunlichen Ergebnissen: Keiner weiß was Ernährungswissenschaftler den ganzen Tag treiben und der tägliche Kalorienbedarf wird mit einiger Überzeugung zwischen 30 und 3000 kcal geschätzt.

Nun ja… nach diesen ernüchternden Ergebnissen musste Stimmung in den Saal gebracht werden und das vollbrachten die „Bagels“ – eine Gesangsgruppe von talentierten Ernas und außenstehenden Sängern. Mit „Halleluja“, den umgedichteten Liedern „Hey Du“ (ausgehend von Hey Jude) und „Esst Obst und Gemüse“ (ausgehend von Hakuna Matata) konnten alle Zuschauer zum Lachen und Mitsingen animiert werden.

Beim folgenden großen Studenten-Professoren-Duell mussten ein Professoren- und ein Studententeam in spannenden Spielen gegeneinander antreten. Bei der nun folgenden Säfteverkostung zeigten beide Teams einen guten Geschmack, erst als Gewürze olfaktorisch identifiziert werden mussten, konnte das Studententeam in Führung gehen. Nach einem kleinen Staffelspiel und dem anschließenden Reagenzglasputzen, Spritzflaschen-Zielspritzen und Decke-umdrehen-ohne-den-Boden-zu-berühren hatte das Studententeam weiterhin die Nase vorn. Bei diesem Spiel hatten nicht nur die Mitwirkenden, sondern auch das Publikum, ihren Spaß.

Stellvertretend, für alle Studierenden, richtete Arite Bigalke ihren Dank an den Fachschaftsrat und den Apfel e.V. für das Sponsoring des Bergfestes. Ebenso galt der Dank all denen, die uns durch gute Betreuung das Studienleben erleichterten.

Zum Abschluss des Programms zeigte die Tanzgruppe „Twenty Dollars“ eine sehr schwungvolle Choreografie zu einem Medley aus Liedern von Christina Aguilera, Sugarbabes und vielen anderen. Zum Ausklang des ereignisreichen Abends wurde vor allem von den Studierenden das Tanzbein geschwungen, doch es konnte auch der ein oder andere Professor auf der Tanzfläche erspäht werden.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die Offenheit der Professoren und bei allen Mitwirkenden, ohne die der ganze Abend nicht so gelungen wäre.

(Die Äpfel vom Apfel e.V. - Studentische Untergruppe)

Antrittsvorlesung Professor Dr. Tilman Grune

06.04.2011

Professor Dr. Tilman Grune ist seit Juni 2010 der neue Leiter des Lehrstuhls für Ernährungstoxikologie am Institut für Ernährungswissenschaften in Jena. Die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Tilman Grune befasst sich mit der biologischen Konsequenz von Proteinschäden und führt Untersuchungen zur Beeinflussung von Alterungserscheinungen durch Ernährungsfaktoren durch.

Am Donnerstag, 28. April 2011, um 18 Uhr c.t. wird Professor Dr. Tilman Grune in der Aula der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Universitätshauptgebäue, Fürstengraben 1, seine Antrittsvorlesung mit dem Thema „Vom Altern – was Menschen und Proteine gemeinsam haben und wie man durch Ernährung Einfluss nehmen kann“ halten.

Natürlich sind auch alle interessierten APFEL-Mitglieder herzlich eingeladen.

(Saskia Franke - Schriftführerin)

Interview mit Prof. Dr. Tilman Grune

02.01.2011

In den akademischen Fluren des beschaulichen Instituts der Ernährungswissenschaften begegnen uns Studenten fast immer unsere Dozenten und Professoren des Faches. Da nicht jeder Kommilitone alle Lehrenden kennt, stellen wir in dieser Ausgabe des Newsletters Prof. Dr. Tilman Grune vor, welcher seit Beginn des Sommersemesters Inhaber des Lehrstuhls für Ernährungstoxikologie ist.


Prof. Dr. Tilman Grune studierte in den achtziger Jahren in Moskau „Medizinische Biochemie“, promovierte 1992 an der Humboldt Universität in Berlin über „Nukleotidabbau und Wirkung von Sauerstoffradikalen“. Er habilitierte 6 Jahre später ebenfalls in Berlin zum Thema „Sekundäre antioxidative Schutzsysteme in Säugerzellen“, bevor er 2003 die Hauptstadt verließ und an die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf berufen wurde. Dort führte er seine Forschungen zum Thema oxidationsbedingte Veränderungen in Organismen als Laborleiter in der molekularen Altersforschung fort. Mit Lebensmitteln beschäftige er sich „spätestens seit dem Umzug 2006 nach Hohenheim noch intensiver“, so Prof. Dr. Grune, wo er den Lehrstuhl für Biofunktionalität und der Lebensmittelsicherheit inne hatte. Seiner Berufung nach Jena folgt er mit Freude, zudem für seine Hauptforschungsschwerpunkte Oxidativer Stress, Bestrahlungseffekte (besonders im Hinblick auf Hautschädigung), Altern und Neurodegeneration, sowie Proteinturnover hier im beschaulichen Saaletal beste Vorrausetzungen gegeben sind.

Die Universität Jena gefalle ihm bis jetzt „sehr gut“, besonders durch das noch relativ junge Institut der Ernährungswissenschaften. Nach Prof. Dr. Grune ist das Institut im zwanzigsten Jahr nach seiner Gründung sehr aufgeschlossen für neue Projekte, so dass hier zahlreiche positive Erfahrungen mit der Leitung gemacht wurden. Auch die Verbindungen zu den anderen „Lifesciences“ der FSU haben für den Professor essentielle Bedeutung, trotz dem sich augenblicklich noch vieles im Auf- und Umbau befindet und leider nur wenig Zeit zur Kontaktaufnahme mit anderen Instituten bleibt.

Im Hinblick auf andere Lehrstühle am Institut zieht Prof. Dr. Grune mit seiner Arbeitsgruppe, welche zum Großteil aus Mitgliedern seines Teams der Universität Hohenheim besteht, eine Brücke zur Lebensmittelchemie. Hierbei liegt der Fokus stärker auf biologischen Aspekten, statt wie in der Lebensmittelchemie üblich auf dem analytischen Charakter, besteht doch die Vielzahl seiner Forschungen aus Human-, Tier- und Plasmastudien. Neben anderen Forschungsschwerpunkten forscht Prof. Dr. Grunes Team im Rahmen eines größeren EU-Projektes an aussagekräftigen Biomarkern, welche als Indikatoren des Alterungsprozesses herangezogen werden können.

Mit dieser Vorstellung konnten wir hoffentlich einen kleinen Einblick in das Tätigkeitsfeld von Prof. Dr. Grune liefern und können seine Vorlesung „Molekulare Toxikologie“, in der Grundlagen der genetischen Toxikologie, Apoptose, wichtige Signal-und Transduktionswege sowie vertiefende Einblicke in seine Forschungsschwerpunkte dargestellt werden, nur empfehlen!

(studentische Untergruppe)

„Bachelor welcome“

13.12.2010

Das ernährungswissenschaftliche Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena war, wie geplant, eines der Letzten, welches im Zuge der Bologna-Erklärung 1999 zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraumes die Umstellung des Hochschulabschlusses vom Diplom zum Bachelor vollzogen hat.

Im Wintersemester 2009/10 wurden die ersten Studenten und Studentinnen für den Studiengang Ernährungswissenschaften mit dem Abschluss Bachelor of Science (B.Sc.) immatrikuliert. Im Zuge der damit verbundenen Umstrukturierung des Studienganges gibt es einige Neuerungen, die auch viele „Diplomer“ interessieren dürfte.

Wie gliedert sich der "neue" Studiengang?

Die Regelstudienzeit beträgt, einschließlich der Zeit für die Bachelorarbeit, 3 Jahre, wobei die ersten beiden Jahre, wie im Diplomstudiengang, das Grundstudium darstellen.

Im ersten Studienjahr werden allgemeine naturwissenschaftliche Grundlagen in den Fächern Chemie, Physik, Zell- und Molekularbiologie, Genetik, Zoologie/Botanik und Biomathematik vermittelt. Das zweite Studienjahr lehrt fachspezifische Inhalte der Ernährungswissenschaften wie Ernährungsphysiologie, Humanernährung, Biochemie der Ernährung, Ernährungstoxikologie sowie Lebensmittelchemie. Das bisherige Hauptstudium über 4 Semester mit anschließender Abschlussarbeit, in dem ausschließlich dafür vorgesehenen letzten Semester, gibt es so nicht mehr. Stattdessen wird im 3., und zugleich letzten, Studienjahr ein sogenanntes Aufbaustudium vollzogen, in dem man neben Grundmodulen zusätzliche Aufbaumodule wählt und parallel im 6. Semester innerhalb von 7 Wochen die Bachelorarbeit anfertigt. Die Grundmodule sind Ernährungsphysiologie, Humanernährung, Lebensmittelchemie und Lebensmitteltechnologie. Die Breite an Möglichkeiten für Wahlmodule hat zugenommen. So können die Studenten aus ca. 20 Verschiedenen wählen. Grob lassen sie sich in 3 Vertiefungsrichtungen gliedern: Beratung/Lehre, Wirtschaft und Forschung. Industriepraktika werden nun als Aufbaumodul angeboten, d.h. sie müssen nicht mehr zwangsläufig absolviert werden. Mit 8 Wochen Gesamtpraktika, anstatt 12 Wochen im Diplomstudiengang, ist das Modul abgeschlossen.
 
Mit dem Abschluss Bachelor of Science eröffnen sich verschiedene Wege. Nach 3 Studienjahren wird ein schneller und direkter Einstieg in die Berufstätigkeit ermöglicht oder man entscheidet sich für eine weiterführende Ausbildung, meist den Masterstudiengang. Vom Institut für Ernährungswissenschaften in Jena wird ein Master of Molecular Nutrition angeboten.

Voraussetzung nach dem Bachelor in Jena auch den neuen Masterstudiengang belegen zu können, ist eine Vertiefung im Bereich einer experimentellen naturwissenschaftlichen Vertiefung im 3. Studienjahr. Voraussichtlich werden ein Drittel bis die Hälfte der 2009/10 in Jena immatrikulierten Studenten und Studentinnen die Chance auf einen Masterstudienplatz für Molecular Nutrition erhalten. Dieser Studiengang wird wahrscheinlich zu Teilen in englischer Sprache unterrichtet werden. Die Schwerpunkte des Master of Molecular Nutrition liegen  in der Forschung, so Professor Dr. Stefan Lorkowski (Biochemie der Ernährung). Hierbei stehen die verschiedenen am IEW vorhandenen Forschungsschwerpunkte im Vordergrund, die sich unter anderem mit Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Arteriosklerose aber auch anderen ernährungsrelevanten Fragestellungen beschäftigen und pathobiochemische Zusammenhänge untersuchen.

So langsam kommen die Bachelorabsolventen auf dem Markt an!

Eine Studie der Uni Kassel kommt zu dem Entschluss, das Ernährungswissenschaftler B. Sc. im Schnitt gleich viel verdienen wie die früheren Diplomabsolventen. Schwieriger sieht es für all diejenigen aus, die in der Forschung tätig sein oder eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen wollen. Hier scheint ein Masterabschluss und evtl. eine anschließende Promotion weiterhin unerlässlich, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können.

Für Viele ein klarer Vorteil ist die Zweiteilung bis zu einem Abschluss, der dem Diplom ähnelt, aus ganz verschiedenen Gründen. Man kann nicht nur sein Gelerntes aus dem Bachelor vertiefen, sondern den Master in einem ganz anderen Fachbereich wählen und bis dato nur schwer realisierbare Kombinationen an Qualifikationen erlangen. Eine Grundidee der Bologna-Reform, den deutschen Abschluss international anzugleichen, zahlt sich aus, wenn der weiterführende Abschluss Master um einiges einfacher als bisher im Ausland zu erhalten ist. Für Andere ist es reizvoll vom Studium zu pausieren, in dem sie Berufserfahrung sammeln oder ins Ausland gehen.

Dank der intensiven Arbeit im Institut hat sich der Bachelor of Science Ernährungswissenschaft nun schon im 2. Immatrikulationsjahrgang erfolgreich etabliert. Es wird nun mehr Selbstständigkeit der Studenten verlangt, aber auch die zahlt sich aus.

(studentische Untergruppe)

Neue ERNA’s beginnen ihr Studium!

04.10.2010

Das Wintersemester 2010/2011 beginnt und es wurden von 564 Bewerbern 90 für den Studiengang Ernährungswissenschaften zugelassen. Damit sind diese Studenten der zweite Jahrgang der nach drei Jahren das Studium mit dem "Bachelor of Science" abschließen wird.

Der Numerus Clausus lag in diesem Wintersemester bei 2,4 (Hochschulauswahl nach Durchschnittsnote). Im Vergleich zu den letzten Jahren ist er damit leicht gesunken (z.B. WS 09/10: 2,2), obwohl die freien Studienplätze nicht mehr geworden sind.

Die neuen ERNA’s werden im ersten Semester Vorlesungen in den Fächern Physik, Mathematik/Biostatistik, Chemie, Genetik und Molekularbiologie und Zoologie/Botanik hören.
Dafür  wünschen wir den „Erstis“ viel Erfolg und einen guten und erfolgreichen Start ins Uni- und Studentenleben!

Natürlich stehen auch wir von der Studentischen Untergruppe des Apfel-Vereins den neuen Studenten für Fragen rund um das Studium in Jena zur Verfügung!

(Christina Clauss - Studentische Untergruppe)

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